Als Dahlie Anbieter aus dem Herzen der niederländischen Bollenstreek erreicht uns diese Frage besonders häufig: Sind dahlien winterhart? Die kurze Antwort lautet nein, aber die Geschichte dahinter ist entscheidend, wenn du jedes Jahr aufs Neue ein überwältigendes Blütenmeer in deinem Garten genießen möchtest. In diesem Ratgeber erklären wir dir genau, wie die Dahlie aufgebaut ist und wie du diese prachtvollen Knollen sicher durch den Winter bringst.
Was bedeutet Winterhärte eigentlich?
Wenn wir in der Gartenwelt von Winterhärte sprechen, meinen wir die Fähigkeit einer Pflanze, Kälte, Frost und raue winterliche Bedingungen zu überleben, ohne abzusterben. Winterharte Pflanzen gehen in eine Ruhephase und erwachen im Frühjahr, sobald die Temperaturen steigen. Die Dahlie gehört jedoch zur Kategorie der nicht winterharten Sommerknollen. Dies liegt an ihrem Ursprung; Dahlien stammen von Wildarten aus den Hochebenen Mexikos ab. Dort sind die Winter trocken und mild, was absolut nicht mit der nassen und wechselhaften Kälte zu vergleichen ist, die wir in Nordeuropa kennen.
Auch die Struktur einer Dahlienknolle ist ein Grund für ihre Empfindlichkeit. Eine Knolle besteht zu einem großen Teil aus Feuchtigkeit. Sobald der Boden gefriert, gefriert auch das Wasser in den Zellen der Knolle. Da sich Wasser beim Gefrieren ausdehnt, platzen die Zellwände schlichtweg auf. Das Ergebnis ist eine weiche, matschige Knolle, die im Frühjahr nicht mehr austreibt, sondern im Boden verrottet.
Warum Dahlien den Winter im Freiland nicht überleben
Die größte Gefahr für deine Dahlien ist nicht nur die Temperatur unter dem Gefrierpunkt, sondern vor allem die Kombination aus Kälte und Feuchtigkeit. In unserer Region fällt in den Wintermonaten oft viel Niederschlag. Eine Dahlie, die in kalter, klatschnasser Lehm- oder Sanderde verbleibt, bekommt es mit Pilzen und Fäulnis zu tun. Selbst in einem Winter mit wenig Frost ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Knolle den Kampf gegen das überschüssige Wasser verliert.
Manchmal sieht man, dass dahlien winterhart zu sein scheinen und einen milden Winter überleben, wenn sie tief genug in der Erde sitzen. Dies ist jedoch ein Risiko, das wir dir als Liebhaber abraten. Die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls ist enorm hoch und die Pflanzen, die es doch schaffen, kommen oft viel später und weniger kräftig in Schwung als Knollen, die du frostfrei überwintert hast.

Dahlien ausgraben: Der Schritt-für-Schritt-Plan für eine sichere Ruhepause
Um deine Dahlien Jahr für Jahr zu erhalten, musst du sie roden. Dieser Prozess beginnt meist nach dem ersten Nachtfrost. Du siehst dann, dass das Laub schwarz und welk wird. Dies ist das Zeichen für die Pflanze, die gesamte Energie in die Knolle zurückzuziehen. Warte eine Woche nach diesem ersten Frost, schneide die Stiele auf etwa zehn Zentimeter über dem Boden ab und grabe die Knollen vorsichtig mit einer Grabegabel aus. Achte dabei darauf, die Knollen nicht zu beschädigen, da jede Wunde eine Eintrittspforte für Krankheiten darstellt.
Schüttle anschließend die überschüssige Erde ab und lasse sie einige Tage kopfüber an einem geschützten Ort trocknen. So kann die Feuchtigkeit aus den hohlen Stielen ablaufen. Danach lagerst du sie an einem kühlen, dunklen und vor allem frostfreien Ort, wie zum Beispiel einem Keller oder einer trockenen Garage. Eine Kiste mit etwas trockenem Torfmull oder Zeitungspapier eignet sich perfekt, um zu verhindern, dass die Knollen vollständig austrocknen, während sie dennoch atmen können.
Die Ausnahme von der Regel: Dahlien in Töpfen
Hast du Dahlien in Töpfen stehen? Dann hast du Glück, denn das macht das Überwintern um einiges einfacher. Da Töpfe viel schneller einfrieren als das Freiland, musst du hier jedoch schneller eingreifen. Sobald die Nächte kälter werden, kannst du die Töpfe als Ganzes nach drinnen bringen. Ein unbeheizter Schuppen, in dem es nicht friert, ist ideal. Du brauchst ihnen im Winter kein Wasser zu geben; die Knolle geht in eine tiefe Ruhephase und benötigt erst wieder Aufmerksamkeit, wenn sich die erste Frühlingssonne im März oder April zeigt.
Tipps für einen fliegenden Start im Frühjahr
Wenn der Winter vorbei ist und die Gefahr von Nachtfrost im Mai gewichen ist, dürfen die Knollen wieder in die Erde. Ein gut gehütetes Geheimnis, das wir gerne mit dir teilen, ist das Vorziehen der Knollen in Töpfen im Haus bereits im April. Dadurch haben sie einen Vorsprung und du wirst sehen, dass sie viel früher in der Saison zu blühen beginnen. Zudem sind die jungen Triebe dann schon etwas kräftiger und weniger attraktiv für Schnecken, die das frische Grün der Dahlien lieben.
Dahlien als nachhaltige Investition für deinen Garten
Obwohl das Ausgraben der Dahlien etwas Arbeit erfordert, ist es die Mühe mehr als wert. Eine Dahlienknolle wird nämlich jedes Jahr größer. Nach ein paar Saisons kannst du die Knollen sogar vorsichtig teilen, wodurch du kostenlos neue Pflanzen erhältst! So wächst deine Kollektion aus der Bollenstreek jedes Jahr, solange du ihnen den Schutz bietest, den sie in den kalten Monaten benötigen.
Hast du Fragen zur Lagerung bestimmter Sorten wie der beeindruckenden Dinnerplate-Dahlien oder der feinen Pompon-Dahlien? Wir stehen jederzeit mit Rat aus der Praxis für dich bereit.